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  • Dr. Verena Diersch

Wie man seine Ängste loslassen kann und was mir dabei geholfen hat

Aktualisiert: März 3

Das Leben ist schön. Es ist perfekt unperfekt. Ich habe das lange anders gesehen. Anders gefühlt. Wenn ich ehrlich bin habe ich überhaupt nichts gefühlt. Außer Angst. Bis der Zusammenbruch kam. Der Tag, an dem ich in meine tiefste Krise geschlittert bin, war aber zugleich der Wichtigste in meinem Leben. Aus ihm hat sich alles entwickelt, woran ich heute glaube und was ich weitertragen will. Ich möchte euch gerne erzählen, warum ich Angst hatte, wie ich sie überwunden habe und was ich daraus gelernt habe.


Warum hatte ich Angst?

Früher war die Angst überall. Angst, nicht gut genug zu sein für andere. Zu empfindlich zu sein, um mit dem Leben Schritt halten zu können. Denn es stimmt nicht, wenn ich schreibe, ich hätte nichts gespürt all die Jahre. Ich habe sogar sehr viel gespürt. Ich habe alles gefühlt, immerzu. Die Angst der Leute um mich herum. Ihre Wut. Und meine Ohnmacht demgegenüber. Bis ich zu gemacht habe.





Ich wollte mich mit diesen ganzen Empfindungen nicht mehr beschäftigen. Ich wollte einfach nur funktionieren, meine Leistung bringen wie all die anderen auch. Um irgendwann vielleicht glücklich zu sein, mit dem richtigen Job, dem akademischen Titel, der glücklichen Beziehung.


Aber irgendwie wollte sich das nicht erfüllen, zumindest nicht ohne eine Menge Anstrengung und Sorgen. Also habe ich mir noch mehr Druck gemacht, alles hinzubekommen. Und irgendwann kam eine kleine Situation, ein bisschen zu viel Gegenwind von ein wenig zu vielen Personen und es hat einfach ‚Peng‘ gemacht. Es war so viel Druck auf meinem Schnellkochtopf, dass der Deckel einfach in die Luft geflogen ist. Herausgequollen ist ein riesiger Haufen Scheiße. So richtig an die Decke gespritzt ist er. Und er war so groß, so schillernd, bis in die letzten Ecken gesprenkelt, dass ich verzweifelt bin. Am liebsten hätte ich mich umgebracht. Aber das hätte ich nicht geschafft, weil ich vorher hätte überlegen müssen, wie man das am besten hinbekommt. Und dafür hatte ich keine Kraft.


Wie ich die Angst überwunden habe

Was mir geholfen hat? Die zarte Stimme, die schon mein Leben lang in mir war und gesagt hat: es gibt einen Weg hier raus. Es wird besser. Es muss einfach besser werden. Das Leben muss nicht so scheiße sein. Eigentlich hast du mit den großen Dingen immer Glück gehabt. Weil da jemand ist, der auf dich aufpasst. Und ich wusste, diese Stimme hat recht. Ich habe ihr geglaubt. Weil mir gar nichts anderes übrig blieb.


Sterben war keine Option. Also habe ich mich für das Leben entschieden.


Am Anfang wusste ich natürlich nicht, wie das geht. Alles was ich bislang versucht hatte war ja fehlgeschlagen. Ich wusste, ich würde nach jedem Strohhalm greifen müssen, um mich aus der Scheiße zu ziehen. Ich bin zur Therapie gegangen. Und zu schamanischen Trommelreisen. Zur Reiki-Einweihung. In die Welt der Persönlichkeitsentwicklungs-Podcasts. Ins Tierheim. Und irgendwo da habe ich sie gefunden: die Liebe. Nichts im Leben ist so beschissen, dass es ohne Liebe auskommt. Ich sah die Liebe in meinem Therapeuten, wenn er sagte „Sie sind so eine erfolgreiche, attraktive Frau“. Nicht, dass mir das wirklich geholfen hätte, weil ich es ja nicht sehen konnte. Aber ich habe gespürt, dass er mir wirklich helfen wollte. Dass er sich Mühe gegeben hat, mich zu verstehen. Ich sah die Liebe meiner Seele in den schamanischen Trommelreisen. Diese wilde Frau ganz tief in mir, die mit Bisons und Wölfen tanzte und zu den Sternen flog. Ich hatte keine Ahnung, wie ich sie in diese Welt holen sollte, aber ich habe gespürt, es gibt sie. Ich spürte die Liebe durch meine Hände fließen, als ich meinem Mit-Lernenden die erste Reiki-Behandlung geben durfte. Er konnte mich fühlen und es tat ihm gut. Ich konnte mich fühlen und es tat mir gut.





Die Leichtigkeit war wieder da. Die Podcast-Welt hat mich eingefangen mit all ihren Menschen, die auch durch die tiefste Scheiße gewatet sind und etwas daraus gelernt haben. Und das Tierheim – ja, das Tierheim. Nie hat jemand tiefer in meine Seele geblickt als die Hunde es taten. Nie habe ich mehr Liebe von Persönlichkeiten empfangen dürfen als in diesen Stunden. Die Hunde haben meine Liebe auf die Straße gebracht. Mir wurde wieder bewusst, was ich schon immer konnte und was ich eine Zeit lang auch intensiv geübt hatte – mit ihnen zu sprechen. Mein Herz zu öffnen für alles was lebt. Alles in mich aufzusaugen, was diese Wesen mir geben konnten. Und es durch mein Herz wieder nach außen zu bringen und es an die Menschen weiterzugeben.


Was ich durch meine Angst gelernt habe

Aus all diesen Erfahrungen, dem Zusammenbruch und dem Wiederauferstehen in der Liebe, die diese Welt zu bieten hat, habe ich vier Dinge gelernt, die ich als meine Vision weitergeben möchte.


1. Schönheit ist überall

Wenn wir die Schönheit im Leben nicht sehen, dann meistens deshalb, weil wir nach dem Perfekten suchen. Nach dem endlich in Schönheit abgeschlossenen. Aber im Leben ist alles im Prozess und es gibt immer hässliche Stellen. Diese Punkte müssen nicht ausgeblendet werden, aber wir können sie aushalten lernen. Zugunsten dessen, was zart und vielleicht unscheinbar schon vor uns liegt und uns seine Schönheit zeigen möchte.


2. Wahrheit ist überall und wir tragen den einzigen Schlüssel dazu in uns

Wenn wir nach Antworten suchen, dann wollen wir diese meist von weiseren Menschen erfahren. Der einzige Mensch, der unsere Antworten kennt, sind jedoch wir selbst. Und manchmal gibt es auch keine Antwort. Noch nicht. Wir dürfen in uns hineinwachsen und unserer zarten Stimme folgen. Sie wird sich in einem guten Gefühl äußern bei etwas, was wir tun sollten und in einer Enge, wenn wir etwas tun wollen, was uns eigentlich gar nicht entspricht.


3. Das glückliche Leben ist eine Herzkonstruktion

Wenn wir in unserem Leben nach einem Weg suchen, dann springt zuerst unser Kopf an. Er zeigt uns Bilder von vermeintlich glücklichen oder erfolgreichen Leuten und den Dingen, die sie angeblich getan haben oder tun müssen. Was andere haben und wir nicht. Das Leben der anderen wird uns selbst aber nie glücklich machen. Das Leben aus dem Kopf ergibt für unser Herz keinen Sinn. Unser Herz hat seinen eigenen Plan. Baue dein Leben auf dem Stoff auf, aus dem dein Herz gestrickt ist. Es hat seine individuellen Perspektive auf die Welt und dieser Blick ist der der Liebe für das, was du schön und richtig findest.


4. Deine persönliche Energie ist dazu da, um in die Welt getragen zu werden

Wenn du diese Herz-Perspektive eingenommen hast, sprich darüber. Zeig dich. Lass die anderen deine Freude spüren. Sie müssen dich nicht verstehen. Aber dein Herz möchte die ganze Welt auf seiner Freude tragen. Und das darfst du ihm erlauben. Es macht sogar richtig Spaß. Entlasse dich selber in die Welt und warte nicht auf andere oder befürchte gar, dass sie dich nicht sehen oder dir dein Licht stehlen.


Die höchste Instanz darf unser Herz sein. Ich möchte, dass die Menschen das wiedererkennen und danach leben.





Nicht jeder Mensch muss zusammenbrechen. Die Scheiße muss nicht bis in den Himmel spritzen. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen zu sich und zu der Welt, die sie umgibt, zurückfinden und ihr Herz auf der Zunge und in ihren Händen tragen, um es anderen zu schenken. Das ist meine perfekte Welt und ich sehe schon jetzt die vielen wunderschönen Stellen, an denen diese Vision Wirklichkeit geworden ist.


Ich hoffe sehr, dass ich dich mit diesem Text dazu ermutigen konnte, deine Gefühle zuzulassen und (wieder) auf dein Herz zu hören.


Wenn du Fragen hast, deinen persönlichen Fühltext erhalten, oder eine Sitzung mit mir buchen möchtest, schreib mir gerne eine E-Mail an info@konnektreiki.com oder melde dich über das Kontaktformular auf "Sitzung buchen" oder "Fühltext erhalten".


Ich freue mich auf dich. Deine Verena.



©2020 by Verena Diersch.